Willkommen in der „Weissen Hölle“

Ivalo am südlichen Ende des Inari-Sees hat den nördlichsten Flugplatz Finnlands. Rund viertausend Menschen leben hier und die Automobil- und Reifenindustrie betreibt hier in Lappland ihr nördlichstes Testgelände der Welt: die „Weisse Hölle“.

Mitte Februar sinkt hier das Themometer auf rekordverdächtige Minus 40 Grad. Als wir im grauen Morgenlicht die Testwagen besteigen, ist es etwas „wärmer“ geworden: Minus 31.5 Grad! Das ist rund doppelt so kalt wie in einer Tiefkühltruhe! Die Foto-Kamera unseres Fotografen ist blitzschnell eingefroren und hat den Geist aufgegeben. Die Armbanduhr sollte man bedeckt tragen, weil sie sonst einfrieren kann. Um so erstaunlicher, was unsere Testwagen leisten, die die ganze Nacht draußen gestanden haben: Das Türschloss bewegt sich. Die Tür schwingt sanft auf. Der Schlüssel dreht sich im Zündschloss ... und der VW Golf GTI, der Scirocco und der Passat springen auf Anhieb an.

Pulverschneewolken wirbeln hinter den Autos auf dem Weg zum Testgelände. Tagfahrlicht ist in Skandinavien ja schon seit über dreißig Jahren Pflicht, aber hier muss auch die Nebelschlussleuchte brennen, damit man weiß, wo in der weissen Hölle der Vordermann steckt. Auf dem meterdicken Eis eines zugefrorenen Sees werden die Nokian-Reifen für die nächste Winter-Saison getestet. Neue Gummi-Mischungen und Profile, die in dieser enormen Kälte genauso gut bremsen und führen wie im wärmeren Deutschland. Nokian-Sprecher Dr. Falk Köhler: „Erstmals wird man in diesem Jahr die Wahl zwischen Komfort- und Sport-Winterreifen haben, die auch für Nässe und trockene Winterstraßen optimiert sind.“

Zum Aufwärmen endet der Test-Tag für die Tester zum Aufwärmen in der traditionellen finnischen Sauna – mit anschließendem Test des vereisten Tauchbades im Freien ... Die Finnen können es eben nicht lassen ... (Auto-Reporter.NET/um)

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