Aufgefrischt: Tutzing feiert Fischerhochzeit

Los geht’s am 1. Juli. Um 8 Uhr reitet der Hochzeitslader durch den aufwändig dekorierten Ortskern und ruft die Bürger zu den anstehenden Feierlichkeiten zusammen. Ab 18.30 Uhr wird dann gepoltert, bis der Nachtwächter zur Ruhe mahnt. Und spätestens wenn die Böllerschützen am nächsten Morgen das offizielle Hochzeitsfest eröffnen, ist die ganze Gemeinde auf den Beinen. Von morgens bis abends dauert das Schauspiel, bei dem rund 200 Tutzinger an drei Haupt- und zahlreichen Nebenspielstätten die fiktive, an historische Gegebenheiten angelehnte Romanze aufführen. 2017 neu ist Schauspieler Michael Fleddermann, der als Spielleiter alles daransetzt, die Zuschauer möglichst nah in die Geschichte einzubinden. Liebhaber des lebendigen Brauchtums kommen besonders beim Festzug am Nachmittag auf ihre Kosten, bei dem sich die Hochzeitsgesellschaft zusammen mit Trachtenvereinen, Blasmusikgruppen und Festwägen durch die Straßen schlängelt. Die Tutzinger Fischerhochzeit findet am 1. und 2. Juli im Rahmen des 1275-jährigen Ortsjubiläums statt. Infos und Termine unter www.tutzing.de oder  www.sta5.de.

Die Geschichte spielt zur Zeit Napoleons. Nach vielen Jahren kehrt der tot geglaubte Tutzinger Fischersohn Michael Gröber vom Russlandfeldzug nach Hause zurück. Die Freude ist so groß, dass nicht nur die Hochzeit mit der geliebten Fischertochter Veronika Bierbichler vom anderen Seeufer gefeiert, sondern auch alte Ständerivalitäten aufgehoben werden. „Daher liegt ein besonderer Reiz in den Kostümen“, sagt Michael Fleddermann. „Fischer und Adelsleute bieten wunderbare Gegensätze von Trachten und feinsten Biedermeier-Gewändern.“

Der Fernsehschauspieler hat 2017 erstmals die Spielleitung übernommen und direkt Maßnahmen ergriffen, die das Publikum näher an das Geschehen heranrücken. Ein neues Festzelt bietet bis zu 900 Leuten die Möglichkeit, der Trauungszeremonie beizuwohnen. Einige Szenen werden räumlich näher an den Zuschauern platziert und diese so zur echten Hochzeitsgesellschaft. „Es ist mir wichtig, die Geschichte möglichst authentisch und erlebnisreich zu gestalten“, so der Regisseur aus Leidenschaft. Handlung, Texte und Spielstätten bleiben dabei unverändert.

Einen Höhepunkt bildet der historische Festzug, der am Sonntag die Zeit zwischen Zeremonie und „Brautverziehen“ verkürzt. Begleitet von dem Kuchlwagen (Aussteuerwagen) und zahlreichen Gespannen, die mit der Hochzeitsgesellschaft besetzt sind, zieht das Brautpaar mit seinen Freunden und Musikanten durch den Ort. Vorbei an geschmückten Fenstern und Fassaden sowie zahlreichen Zuschauern, die dem bunten Tross mit ihren Augen folgen. Die fröhliche Atmosphäre dringt bis in die hintersten Winkel und hält mindestens bis zur „Abdankung“ um 19 Uhr.

Die Fischerhochzeit ist Teil der Feierlichkeiten zum 1275-jährigen Ortsjubiläum von Tutzing. Zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Feste locken das ganze Jahr über ins Starnberger Fünf-Seen-Land. Das vollständige Programm findet sich unter www.tutzing.de.

Ablauf:

Samstag, 1. Juli 2017

ab 8 Uhr: Der Hochzeitslader (der schon einige Tage vorher durch die entlegeneren Tutzinger Ortsteile gezogen ist) reitet durch das Ortszentrum

18.30 Uhr: Polterabend am „Gröberhof“ mit Tanz auf der Straße bis 24 Uhr

19.30 Uhr: Tanz im Festzelt beim Rathaus bis 2 Uhr

23 Uhr: Auftritt des Nachtwächters

Sonntag, 2. Juli 2017

6 Uhr: Böllerschießen unterhalb der evangelischen Kirche

8.30 Uhr: Empfang der Hochzeitsgäste am „Gröberhof“ anschl. Zug zum Dampfersteg und Empfang der Braut

10.30 Uhr: Gottesdienst in der St. Josephskirche anschl. Zug zum Schloss

11.45 Uhr: Trauungszeremonie im Schloss anschl. Zug zum Festzelt am Rathaus Mittagessen für Brautpaar und geladene Gäste bzw. Besucher mit Karten

15.15 Uhr: Festzug durch den Ort

16.15 Uhr: Tänze im Festzelt und vor dem „Gröberhof“

ab 17.30 Uhr: Brautverziehen

ab 19.00 Uhr: Abdanken vor dem Festzelt

Ende: ca. 20 Uhr draußen, 24 Uhr im Festzelt

Über das Starnberger Fünf-Seen-Land:

Das Starnberger Fünf-Seen-Land mit seinen Bauerndörfern und prächtigen Residenzen liegt südwestlich von München. Starnberger See, Ammersee, Pilsensee, Wörthsee und Weßlinger See mit ihren mehr als 100 Ufer-Kilometern sind im Sommer wie im Winter Anziehungspunkte. Der Hochadel, darunter Märchenkönig Ludwig II. und Kaiserin Elisabeth von Österreich („Sisi“), residierten einst in herrschaftlichen Villen und Schlössern, die noch heute am Ufer des Starnberger Sees thronen.

(Quelle/ Bilder:  Kunz PR)

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