Wohnungseinbruch: Keine Chance für Langfinger!

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Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, haben in Berlin die aktuelle Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts vorgestellt. Sie enthüllt alarmierende Zahlen: 2014 wurden bundesweit über 152.000 Einbrüche registriert - der höchste Stand der letzten 15 Jahre. Das ruft auch die Politik auf den Plan: Im Fokus der politischen Diskussion stehen nun Maßnahmen für einen besseren Schutz der Bürger vor Einbrüchen. Wie sich Verbraucher bereits jetzt schützen können, weiß Rolf Mertens, Versicherungsexperte von ERGO. Er stellt konkrete Maßnahmen vor, mit denen Verbraucher das Risiko eines Einbruchs in ihren eigenen vier Wänden gering halten können.

Die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr bundesweit nochmal um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders betroffen sind großstädtische Regionen, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Hessen. Dabei hätte diese Summe noch weitaus höher ausfallen können: „Beinahe jeder zweite Einbruchsversuch scheitert bereits im Vorfeld. Denn die meisten Täter geben ihr Vorhaben auf, wenn sie nicht nach wenigen Minuten Erfolg hatten. Sie wollen ja keine Aufmerksamkeit erregen", weiß Rolf Mertens, Versicherungsexperte der ERGO. „Oftmals reichen daher schon wenige Maßnahmen aus, um Langfinger abzuschrecken."

Mechanische Sicherheitsmaßnahmen erschweren es Einbrechern, in das Haus oder die Wohnung zu gelangen. „Je mehr Zeit ein Dieb benötigt, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er von seinem Vorhaben doch ablässt. Daher empfiehlt es sich in jedem Fall, in Sicherheitstechnik zu investieren", so Rolf Mertens. Insbesondere die Terrassen- und Balkontüren sowie die Fenster im Erdgeschoss sollten die Bewohner dabei berücksichtigen: „Mit einer Pilzkopfzapfenverriegelung oder Zusatzsicherungen an Schloss- und Scharnierseite lassen sich beispielsweise die Terrassentür und die Fenster weniger leicht aushebeln. Zu einer sicheren Tür gehört neben einem hochwertigen Schließzylinder sowie einem von innen verschraubten Schutzbeschlag eine Mehrfachverriegelung. „Die zusätzlichen Verriegelungspunkte erhöhen den Widerstand gegen Türaufbruch", erklärt der ERGO Versicherungsexperte.

Zwar lassen sich Einbrüche nicht durch elektronische Sicherheitsmaßnahmen verhindern - sie können aber dazu beitragen, dass Häuser und Wohnungen auf potentielle Einbrecher bereits von vornherein wenig attraktiv wirken. So lassen sich viele Einbrecher von einer Alarmanlage abschrecken. „Wer in einer eher abgelegen Straße wohnt, sollte auch darüber nachdenken, Lampen mit Bewegungsmeldern an der Haustür oder an Seiteneingängen anzubringen", rät Rolf Mertens. „Sie verhindern, dass sich Täter im Schutz der Dunkelheit in Sicherheit wähnen." Gerade in der klassischen Urlaubssaison ziehen unbewohnt wirkende Häuser Einbrecher an - eine elektronische Zeitschaltuhr kann hier Abhilfe schaffen: „Wird sie so eingestellt, dass sie beispielsweise Rollläden automatisch abends herunterfährt und morgens öffnet, erweckt das nach außen den Anschein, dass sich nach wie vor Personen im Haus befinden", erklärt der ERGO Experte.

Nicht zuletzt können Mieter und Eigentümer auch mit umsichtigem Verhalten verhindern, ins Visier von Einbrechern zu geraten. Wichtig ist vor allem, Langfingern nicht unbewusst Hilfestellung zu leisten, wie Rolf Mertens verdeutlicht: „Wenn sich niemand im Haus befindet, sollten Leitern nicht gut sichtbar im Garten herumliegen, auch gekippte Fenster oder eine offene Balkontür sind tabu. Wer einen Ersatzschlüssel in einem Außenversteck hinterlegt, öffnet Einbrechern im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor - und gefährdet seinen Versicherungsschutz." Es empfiehlt sich auch, die Tür immer abzuschließen - selbst wenn die Bewohner das Haus oder die Wohnung nur für einen kurzen Spaziergang verlassen. Bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel während des Urlaubs, findet sich sicher ein netter Nachbar, der sich um die Post kümmert. Und ganz wichtig: Keine „Wir sind verreist"-Nachricht auf dem Anrufbeantworter und in den sozialen Netzwerken! (dpp)

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