Tipps gegen Sekundenschlaf am Steuer

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Eingeschlafene Fahrer sind für nahezu jeden vierten tödlichen Pkw-Verkehrsunfall auf Autobahnen verantwortlich. Wenn ein Autofahrer zwei Sekunden lang schläft, legt sein Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h immerhin 56 Meter unkontrolliert zurück. Dennoch wird die Gefahr, die von Müdigkeit am Steuer ausgeht, meist unterschätzt. Dabei schränkt sie die Fahrtüchtigkeit ähnlich stark ein wie Alkohol.

Besonders groß ist die Gefahr, wenn die Fahrt entgegen der inneren Uhr angetreten wird. Zwischen zwei und fünf Uhr morgens sowie am Nachmittag gegen 14 Uhr befindet sich der Mensch in einem biologischen Tief. Dies sollten Autoreisende bei ihrer Fahrt in die Ferien beachten. In der Nacht aufzubrechen, um den großen Staus zu entgehen, geht im Zweifelsfall auf Kosten der Sicherheit. Aber auch außerhalb dieser Zeiten können Autofahrer unter Müdigkeit leiden, vor allem dann, wenn die Fahrt sehr lange dauert und besonders monoton verläuft - etwa wegen Tempolimits.

Der ADAC rät Autofahrern, sich selbst genau zu beobachten, um nicht vom plötzlichen Sekundenschlaf überrascht zu werden. Akute Warnzeichen sind häufiges Gähnen, plötzliches Frösteln und ein starkes Bewegungsbedürfnis. Auch wer Schwierigkeiten hat, die Spur zu halten, oder das Gefühl hat, die Straße würde sich verengen, sollte schnellstmöglich eine Pause einlegen.

Bei zufallenden Augen, plötzlichem Erschrecken und ruckartigen, unwillkürlichen Kopfbewegungen war der Fahrer bereits im Sekundenschlaf.

Diese vier Mythen zum Thema und ihre Auflösung sollte jeder Autofahrer kennen:
Irrtum 1: Wer Kaffee oder Energydrinks trinkt, schläft nicht ein. Koffein kann die Aufmerksamkeit nur kurzfristig erhöhen. Es ist in Kaffee, Energydrinks, schwarzem Tee und Schokolade enthalten. 30 Minuten nach der Einnahme beginnt die Wirkung und hält für circa zwei bis drei Stunden an. Wer sehr schläfrig ist, kann jedoch trotz Koffeins in einen Sekundenschlaf fallen.

Irrtum 2: Autofahrer merken, wenn sie kurz vor dem Einschlafen sind. Die Müdigkeit bemerkt man, das Einschlafen selbst nicht. Wer müde ist, schläft irgendwann auch ein. Der Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen, es passiert plötzlich. Bereits eine Sekunde kann dabei tödlich sein.

Irrtum 3: Wer genügend Fahrpraxis hat, kann die Müdigkeit ausgleichen. Ähnlich wie alkoholisierte Autofahrende merken schläfrige Fahrerinnen und Fahrer nicht, wie beeinträchtigt sie tatsächlich sind und überschätzen ihre Fähigkeiten.

Irrtum 4: Bei Übermüdung hilft es, ein Fenster zu öffnen oder die Musik laut aufzudrehen. Zwar können beide Maßnahmen den Fahrer für kurze Zeit scheinbar fitter machen. Der Effekt ist allerdings schnell vorüber. Außerdem unterschätzen Autofahrer dabei noch mehr, wie müde sie tatsächlich sind. Fahrerassistenzsysteme können auf ein verändertes Fahrverhalten hinweisen. Spurhalteassistent und Auffahrwarnsysteme haben jedoch nur eine unterstützende Funktion und können einen Einschlafunfall nicht verhindern.

Um der Gefahr von Müdigkeit am Steuer vorzubeugen, ist eine gute Planung nötig. Die Fahrt sollte nur ausgeschlafen angetreten werden und beispielsweise nicht nach einem langen Arbeitstag. Während der Fahrt sind regelmäßige Pausen wichtig. Der ADAC empfiehlt, ungefähr alle zwei Stunden eine Pause einzulegen und sich dabei an der frischen Luft zu bewegen. Wer müde ist, kann ein Nickerchen zwischen 10 und 20 Minuten machen. Wer noch mehrere hundert Kilometer vor sich hat, sollte eine außerplanmäßige Übernachtung einlegen.

Um fit zu bleiben, sind ausreichend Flüssigkeit und eine leichte Kost wichtig. Zum Trinken empfehlen sich Wasser, Fruchtschorle und ungesüßte Früchtetees. Urlauber sollten für die Pausen leicht verdauliche Zwischenmahlzeiten einpacken. (dpp-AutoReporter/wpr)

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