Reiserecht: Fluggesellschaft darf nicht zu „eng hintereinander takten“, sonst…

Picture

Das Amtsgericht Hannover hat in zwei Fällen Familien Ausgleichszahlungen in Höhe von je 800 Euro zugesprochen, die Fluggesellschaften zu zahlen haben, nachdem ihre Maschinen mit mehr als drei Stunden Verspätung am jeweiligen Urlaubsort angekommen waren. Das Gericht ließ die Entschuldigung der Airlines nicht gelten, an den Tagen vor den Flügen habe es wegen extremer Witterungsbedingungen (entschuldigte) Verspätungen gegeben, die sich noch bis auf den Tag danach ausgedehnt hätten.

Denn wenn die Fluggesellschaft aus wirtschaftlichen Erwägungen die Auslastung der Maschinen so eng miteinander takte, dass selbst einen Tag vorher auftretende Verzögerungen nicht mehr ausgeglichen werden könnten, dann habe die Airline "nicht mehr alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen, um Verspätungen zu vermeiden". Unter dem "wirtschaftlich ausgerichteten Planungsverhalten des Luftfahrtunternehmens" dürften die Passagiere nicht leiden. (AmG Hannover, 538 C 11519/13 u. a.) (Wolfgang Büser/dpp)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.