April 15th, 2014 von admin
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Einen Städtetrip nach Paris geplant? Den Strandurlaub auf den Kanaren schon gebucht? Eine Schwangerschaft ist kein Grund, zuhause zu bleiben - vorausgesetzt der Arzt hat keine Einwände. Was werdende Mütter darüber hinaus noch für die Vorbereitung einer Reise wissen sollten, erklärt Birgit Dreyer, Reiseexpertin bei der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Viele werdende Mütter sind sich unsicher, ob und unter welchen Bedingungen sie während der Schwangerschaft eine Reise unternehmen können. Was sollten sie unter „anderen Umständen" beachten?

Sofern die Schwangerschaft problemlos verläuft, spricht in den meisten Fällen nichts gegen einen Urlaub vor der Geburt. Trotzdem sollten Schwangere ihre Urlaubspläne vorab immer mit ihrem Frauenarzt besprechen und die anstehenden Vorsorgetermine auf die Reise abstimmen. Insbesondere bei Risikoschwangerschaften oder vorhandenen Herz-Kreislauf-Beschwerden ist ein beratendes Gespräch mit dem Arzt vor Reiseantritt unerlässlich! Außerdem ist es für Schwangere im Vorfeld des Urlaubs sinnvoll, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Denn wenn die Reise, etwa wegen plötzlich auftretender Komplikationen, nicht angetreten werden kann, werden die Stornokosten erstattet. Treten während der Reise überraschend Komplikationen auf, dann ist es gut, eine Auslandsreisekrankenversicherung zu haben. Sie erstattet die Kosten, falls eine ärztliche Behandlung im Ausland notwendig wird. Übrigens übernimmt sie auch die Kosten der im Ausland notwendigen Heilbehandlung des neugeborenen Babys, falls es vor der 36. Schwangerschaftswoche zu einer Frühgeburt kommt.

Wann ist die beste Reisezeit während der Schwangerschaft? Welche Reiseziele eignen sich für werdende Mütter und welche nicht?

In Absprache mit dem behandelnden Arzt steht einer Reise mit Babybauch während der Schwangerschaft zu keiner Zeit etwas im Wege - solange sich die werdende Mutter gut fühlt. Die meisten Schwangeren empfinden jedoch das mittlere Schwangerschaftsdrittel als angenehmste Reisezeit. Und auch die Mehrheit der Gynäkologen hält die 14. bis 27. Schwangerschaftswoche für den günstigsten Reisezeitpunkt. Denn jetzt haben sich die Hormone umgestellt, Übelkeit und Müdigkeit sind verflogen und das geringe Gewicht des Babys schränkt die werdende Mutter noch nicht allzu sehr ein. Im ersten Drittel besteht hingegen eine erhöhte Gefahr von Blutungen und Fehlgeburten. Und in den letzten beiden Monaten einer Schwangerschaft steigt das Risiko einer Frühgeburt. Generell sollte das Reiseziel im Idealfall möglichst nicht mehr als vier Stunden entfernt sein. Es eignen sich vor allem europäische Länder mit durchschnittlichen Temperaturen bis 28 Grad - Hitze und extreme Sonneneinstrahlung sind besser zu vermeiden! Auch Fernreisen, Abenteuer- oder Extremurlaub sowie Aktivurlaub in Höhenlagen über 2.500 Meter sind für Schwangere tabu. Ebenso kann das feucht-schwüle Klima in tropischen Regionen für werdende Mütter und ungeborene Mitreisende zu anstrengend sein. Zudem ist hier die Gefahr einer Infektion höher! Von Medikamenten und Impfungen, zum Beispiel gegen Malaria oder Gelbfieber, ist Reisenden mit Babybauch aber in jedem Fall abzuraten, da sie ein Risiko für das Ungeborene sein können!

Mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug - welches Verkehrsmittel empfehlen Sie Schwangeren für die Reise in den Urlaub?

Schwangere können theoretisch mit jedem Fortbewegungsmittel reisen. Generell gilt jedoch: Immer an lockere, bequeme Kleidung und ausreichend Getränkevorräte denken! In der Schwangerschaft besteht zudem ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Langes Sitzen in Auto, Flugzeug oder Bahn begünstigen das Auftreten einer solchen Komplikation. Zur Vorbeugung empfiehlt sich deshalb das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Darüber hinaus sollten Schwangere darauf achten, mindestens einmal pro Stunde aufzustehen und sich die Beine zu vertreten. Am leichtesten geht das bei einer Bahnreise. Bei einer Urlaubsfahrt mit dem Auto dürfen ausreichend Zwischenstopps nicht fehlen. Wichtig bei einer geplanten Flugreise: Wer in „anderen Umständen" ist, sollte sich im Vorfeld nach den Beförderungsbedingungen der jeweiligen Airline erkundigen. Denn nicht alle Fluggesellschaften nehmen werdende Mütter zu jeder Zeit der Schwangerschaft auch mit. Viele Fluggesellschaften verlangen ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest, dass keine Gefahr für eine Frühgeburt besteht. Ein allgemeines „Startverbot" haben Mütter bei den meisten Fluggesellschaften mit Ablauf der 35. Schwangerschaftswoche. Wichtig zu wissen: Bei Mehrlingsschwangerschaften ist das Mitfliegen oft bereits ab der 32. Woche nicht mehr gestattet. Stehen die Bestimmungen einer Buchung nicht entgegen, sollten werdende Mütter ihre Schwangerschaft am besten gleich bei der Buchung des Fluges angeben und um einen Sitzplatz mit entsprechender Beinfreiheit bitten. Auch lohnt sich vorab ein Blick auf die Einreisebestimmungen des Reiseziels! Denn manche Staaten lassen werdende Mütter ab einem bestimmten Schwangerschaftsmonat nicht mehr einreisen. Das gilt zum Beispiel für die USA, wo ein dort geborenes Baby sonst automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten würde. (dpp-AutoReporter)

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