April 18th, 2013 von admin
Erholsam für Eltern und abenteuerlich für Kinder – im Artland ist „Urlaub auf dem Bauernhof“ noch mehr als das. Romantisch im Heu oder komfortabel im Apartment verbringen Gäste die Nacht. Und erleben am Tag genussvoll-kulinarische Ausflüge oder lernen putzen, testen trendige Sportarten wie „Pitch & Putt“ oder klassische wie das Bogenschießen. Gemeinsam ist allen Höfen entlang des Flüsschens Hase im nördlichen Osnabrücker Land das prachtvoll verzierte Fachwerk, denn das Artland war einst die wohlhabende Kornkammer des Fürstbistums Osnabrück.„Dass unsere Böden so fruchtbar sind, verdanken wir der letzten Eiszeit.“ Albrecht Bußmeyer hat an seinem Hof in Badbergen eigens eine Karte des Osnabrücker Landes aufstellen lassen, um Besuchern diesen Zusammenhang zu erklären. Seine Äcker – und die Felder von rund 700 weiteren Landwirten - lagen vor 12.000 Jahren noch unter einem Gletscher der Weichsel-Kaltzeit. „Was dieser an Geröll und Sand vor sich herschob, bildet heute die Dammer Berge und die Ankumer Höhen.“ Mit einem halbkreisförmigen Schwung folgt seine Hand auf der Karte dem Bogen, den die Höhenzüge südlich von Quakenbrück bilden. In dem weiten Tal dazwischen stehe der Grundwasserspiegel verlässlich so hoch, dass die Bauern sogar nach sehr trockenen Sommern noch gute Ernten einfahren. So brachten es die Artländer zu einem Wohlstand, den sie stolz mit ihren prächtigen Fachwerkhäusern zeigen. Eine Tradition, an die der heutige Hausherr anknüpft, indem er an Wochenenden Besucher über seinen mehr als 600 Jahre alten Hof führt: „Wir haben noch die Kauf-Urkunde aus dem Jahr 1399.“ Dabei zeigt er viele historische Schätze – nicht zuletzt die aufwändigen Schnitzereien am Eichen-Fachwerk seines mehr als 40 Meter langen Niedersachsenhauses. Er zeigt aber auch einen sehr lebendigen landwirtschaftlichen Betrieb inklusive Viehstall, Festdiele und liebevoll gepflegtem Bauerngarten. Zum guten Schluss gibt es im alten Backhaus, dem heutigen Hofcafé, hausgemachten Kuchen oder eine deftige Stärkung. Die Festdiele vermietet Bußmeyer  für große Veranstaltungen, lädt gelegentlich auch selbst zu Märkten und Feiern. Nur Übernachtungsgäste gibt es nicht auf seinem Hof.Denn beides geht nicht.“ Das wissen auch seine Nachbarn Erika und Bernd Groneick. Sie haben sich für Feriengäste entschieden und dafür, dass diese nachts in vier Apartments und dem Ferienhaus ruhig schlafen können. Also keine Partys. Dafür aber jede Menge Sport-Angebote: „Nachdem wir den Hof 1992 gekauft hatten, haben wir als erstes das Bogensport-Gelände eingerichtet“, erzählt die Gastgeberin. Denn für diesen Sport begeistert sich ihre Familie ganz besonders. Die Tochter schoss um Deutsche Meisterschaften, Vater Bernd ist ein gefragter Trainer. Zu ihm kommen Profis, um ihre Treffsicherheit auf der Wettkampf-Distanz von bis zu 90 Metern zu verbessern. Zu ihm kommen aber auch Anfänger, die in den Ferien erste Pfeile aus zehn Metern Entfernung ins Ziel bringen wollen.Um ganz andere Treffer geht es auf der Streuobstwiese des Hofes: Hier legten die Groneicks vor drei Jahren zwischen den alten Bäumen eine moderne „Pitch & Putt“-Anlage an. Die trendige Golf-Variante mit den verkürzten Entfernungen zwischen Abschlag und Loch können auch Anfänger sehr leicht erlernen. Wem es zunächst an Treffsicherheit mangelt, der unterstützt die Kinderkrippe im Örtchen Gehrde, denn „unsere Gäste spenden für jeden unauffindbar verschlagenen Ball zwei Euro“. In Rechnung stellen müsse man die Bälle nicht, denn ein Junge aus der Nachbarschaft habe den Ehrgeiz entwickelt, möglichst alle wiederzufinden.Zu den Sportangeboten des Hofes zählen außerdem Nordic-Walking-Kurse mit der Hausherrin und ein Boule-Parcours. Zudem liegt das Anwesen an der „Artland-Rad-Tour“, die auf insgesamt 150 Kilometern die besondere Bauernhofkultur der Region erlebbar macht. Dazu gehört, dass „Nachbarschaft“ keineswegs räumliche Nähe bedeutet, denn die Artland-Höfe liegen einzeln und weit verstreut in der parkähnlichen Kulturlandschaft. (News-Reporter.NET)

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