Juni 28th, 2013 von admin
Ab 1. Juli ist es offiziell soweit. Die Lufthansa-Tochter Germanwings übernimmt von der Kranich-Linie mehr und mehr Flüge innerhalb von Deutschland und Europa, um das bisherige defizitäre Geschäft der Muttergesellschaft bei diesen Flügen um rund 200 Millionen Euro zu reduzieren. Das macht einen Spagat zwischen dem bisherigen reinen Billigflieger-Status und einem akzeptierten Business-Angebot notwendig, von dem derzeit noch niemand weiß, ob der gelingt.Denn Touristenflieger, die durchaus die Mühsal eines Ryanair- oder Easyjet-Fluges auf sich nehmen, anzulocken und gleichzeitig Geschäftsreisende zufrieden zu stellen, ist nicht so einfach – bei Air Berlin weiß man das inzwischen. Und wie sich die verwöhnten Hons, die ja per Luxusmobil vom Flieger separat abgeholt werden, oder die Inhaber einer Senatorenkarte verhalten, wenn sie künftig mit Ausnahme der Drehkreuze Frankfurt und München mit Germanswings fliegen müssen, ist kaum voraus zu sehen.Auch nicht, wie sich die neuen Regelungen auswirken. Wer den Basis-Tarif – also Billig-Ticket – bucht, erhält seinen Sitzplatzt im hinteren Teil des Flugzeuges und muss – wie bislang – Verpflegung und aufzugebendes Gepäck separat bezahlten. Zudem sind die Flüge weiterhin nur Online buchbar. In der Kategorie Smart – vergleichbar mit der bisherigen Toruistenklasse der Lufthansa gibt es Sitzplätze mit größerer Beinfreiheit (Sitzabstand 81,2 Zentimeter). Allerdings nur nach Verfügbarkeit. Und was das in der Praxis bedeutet, wird man erst in einigen Monaten feststellen können. Zudem gibt es bis 23 Kilo Freigepäck, einen Snack und alkoholfreie Getränke.Die Kategorie Best entspricht in etwa der bisherigen Business-Klasse, allerdings mit der gleichen Beinfreiheit wie in der Smart-Kategorie. Immerhin soll es einen freien Mittelplatz geben, die ersten drei Reihen garantiert sein. Zudem gibt es ein bevorzugtes Einchecken, ein Extra-Essen und Lounge –Nutzung. Dafür muss man allerdings auch das fast vierfache – nämlich mindestens 199 Euro – als in der smart-Klasse (ab 53 Euro) für einen Einzelflug hinblättern. Eine Relation, die auf einem Einstundenflug von z.B. Düsseldorf nach München kaum nachvollziehbar ist.Zumal es derzeit bereits heftige Diskussionen zwischen Unternehmen und Gewerkschaft gibt. Denn während bei der Lufthansa für die Business-Flieger die Betreuung durch mehr Flugbegleiter erfolgt, soll der Service bei den „Best-Kunden“ durch die bisherige Anzahl der Crew – die ohnehin mindestens 20 Prozent schlechter bezahlt wird - zusätzlich sichergestellt werden. Kein Wunder also, dass die Kabinengewerkschaft Ufo schon einmal die Muskeln anspannt und zusätzliche Entlohnung fordert – Streik nicht ausgeschlossen. Und wer ist wieder der Dumme – natürlich der Passagier, der dann vielleicht endgültig auf Ryanair umsteigt. (News-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)

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